Unser Dienst am alten Menschen

Seit 1937 stehen unsere Schwestern im Dienst an alten Menschen. In der Regel geschah dies in vier bis fünf meist grösseren Einrichtungen: Zürich, Basel, Stuttgart, Lörrach und im Mutterhaus. Wie viele Bewohner sie betreuen oder gar bis zum heutigen Tag betreut haben, ist an dieser Stelle unwichtig. Wichtig blieb uns aber, gerade auch in der Schwesternschaft, immer wieder die Frage: Warum tun wir eigentlich die Arbeit am alten Menschen?

Nun, wir tun diese Arbeit nicht ausschliesslich. So geschieht der Dienst unserer Schwestern seit Jahrzehnten sowohl an kranken als auch an kur- und erholungsbedürftigen Menschen in unseren Heimen, an Kindern und Jugendlichen, aber auch ganz allgemein in der Fürsorge, sowie seit vielen Jahren im pädagogischen Bereich.

Wir fragen uns: Welche neuen Aufgaben hat Gott für uns wohl noch vorgesehen? Manches hat Gott uns im Laufe der Jahre wieder aus der Hand genommen, und vielleicht wird Er uns noch weitere Aufgaben nehmen. Aber, so scheint es uns, will Gott, dass wir den Dienst am alten Menschen auch in einer fernen Zukunft behalten.

Wenn wir eine Antwort auf diese Frage suchen, wird uns zunächst bewusst, dass der Dienst am alten Menschen eine ureigene Aufgabe der Diakonie, ja von altersher der Mutterhaus-Diakonie ist. Über beides, Diakonie und Mutterhaus-Diakonie, wurde schon viel gesagt, das soll jetzt nicht wiederholt werden.

Was heisst für uns: "Dienst am alten Menschen"?

Diakonie ist eine Form der Nachfolge "ohne imponierende Spur", wie einer sagte; "sie bleibt im Schatten". Dies gilt in ganz besonderem Mass für die Arbeit am alten Menschen. Je hilfsbedürftiger dieser ist, um so unsichtbarer wird der Dienst an ihm.

Es ist noch ein anderes. Die besondere Mühsal der Altenpflege besteht im Grunde in der ewigen Frustration, oder mit anderen Worten: Man will mit einem Sieb ein löcheriges Fass mit Wasser füllen. Wir meinen dies ganz allgemein. Eine intensive und gute Pflege des alten Menschen wird nicht eines Tages zur Folge haben, dass es keine alten Menschen mehr gibt. Das Gegenteil ist der Fall, die Zahl der alten Menschen nimmt von Jahr zu Jahr weiter zu. Es ist auch eine bekannte Tatsache, dass es nicht möglich ist, alte Menschen eines Tages doch noch "gesundpflegen" zu können. Dies sind die Realitäten in der Altenpflege.

Das dieser Dienst, die Pflege des alten Menschen, gleich einem Edelstein auch viele schöne Facetten hat, die für den zu leuchten beginnen, der selbst in der Altenpflege steht, kann nur angedeutet werden. Mit vielerlei kleinen Diensten kann dem Betagten ein neues Lebensgefühl vermittelt, können in ihm Möglichkeiten geweckt werden, das Leben wieder neu zu gestalten, wenn vielleicht auch in sehr bescheidenem Umfang.

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