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Schwesterngemeinschaft

Immer wieder einmal werden wir darauf angesprochen, ob wir glauben, dass es eine Zukunft für die Mutterhaus-Diakonie gibt.

Wir glauben an eine Zukunft unserer Lebensform und auch daran, dass Gott in unseren Gemeinschaften die Jahreslosung aus Jesaja 43,19 konkret werden lässt: "Gott spricht: Siehe, ich will ein Neues schaffen, jetzt wächst es auf, erkennt ihr's denn nicht?"

Dabei ist es uns bewusst, dass ohne Auftrag nichts geht! Das Leben stagniert. Es fehlt ein entscheidender Impuls. Aufträge regen an, bringen in Bewegung, verändern Situationen. So ist es auch bei uns.

Wir brauchen als Mutterhaus einen Auftrag. Immer wieder neu müssen wir erfahren und erkennen, wozu wir als Schwesterngemeinschaft da sind. Wir wollen nicht um unserer selbst willen leben, auch nicht um der Gemeinschaft willen. Jesus Christus ist unser Auftraggeber, und wir sind die Beauftragten. Das schafft Orientierung, Klarheit und löst von Zweitrangigem. Gottes Auftrag ergeht an uns

  • im privaten Leben,
  • im gemeinschaftlichen Leben,
  • als gesamte Schwesternschaft.

 

Das private Leben

Könnte die einzelne Diakonisse nicht von einem Auftrag in ihrem ganz privaten Leben sprechen, wären wir als Gemeinschaft nicht hier. Wir alle haben erfahren, wie Gott uns aus unserem gewohnten Leben herausgerufen und uns neue, andere Lebensperspektiven eröffnet hat. Ähnlich wie Abraham: "Geh, aus deinem Vaterland ... in ein Land, das ich dir zeigen werde."

Das gemeinsame Leben

Ein geistlicher Auftrag hat immer mit Gehorsam zu tun. Er ist nicht in jedem Fall einsichtig. Oft müssen Wege eingeschlagen werden, die ganz anders aussehen, als wir meinen. So auch der des gemeinsamen Lebens. Gegenüber den heutigen vielen Arten gemeinsamen Lebens und Wohnens orientieren wir uns an einem bewährten Rat für geistliche Gemeinschaften, den so genannten drei Evangelischen Räten. Diese haben ihre Auswirkung sowohl auf den ganz praktischen Alltag, als auch aufs geistliche Leben der Gemeinschaft.

  • Der erste Rat: in Armut leben. Er lädt uns ein zu einem einfachen Lebensstil, zum Teilen der materiellen und geistlichen Güter. Wir verpflichten uns nicht zur Armut. Allerdings unterstützen wir mit unserer Lebensform, in der jede Schwester aus der "Gemeinsamen Kasse" lebt und versorgt wird, die Armut als Zielsetzung. 
  • Der zweite Rat: in Gehorsam leben. Hier geht es um ein liebendes Hinhören ins Innere einer Gemeinschaft. Es ist ein Weg der Freiheit, ein Weg zu tieferer Verbundenheit: vom einsamen Ich zum solidarischen Ich. Gehorsam leben - damit stellen wir uns auch der Gemeinschaft und ihren Aufgaben zur Verfügung. ich bin bereit, mein von Gott geschenktes Leben einzubringen, wo immer es im Reich Gottes und zur Hilfe für andere Menschen nützlich sein kann.
  • Der dritte Rat: in Keuschheit leben. Ehe-los leben führt uns zunächst auf den Weg der Liebe zu unserem Herrn Jesus Christus und zu allen Menschen. Diese Liebe wird sichtbar in der Beziehungs-, Kommunikations- und Konfliktfähigkeit, in der Haltung der Diskretion und Aufrichtigkeit, in ausgewogener Nähe und Distanz zueinander.

Das gemeinsame Leben als gemeinsamer Auftrag fordert uns ständig heraus. Es gibt kein Abschluss-Diplom. Uns ist dieser Auftrag sehr wichtig. Ihn beschneiden, wäre nicht nur Verflachung, sondern ein wesentlicher Verlust unseres Lebens. Im gemeinsamen Leben erfahren wir: Gott kommt zu uns. Wir wollen darauf antworten: Gott allein die Ehre.

Gesamte Schwesternschaft

Der Auftrag Gottes an die gesamte Schwesternschaft ist vielfältig und spannend, weil er unter dem Gebot und der Verheissung Jesu Christi steht: "Was ihr getan habt einem unter diesen Geringsten, das habt ihr mir getan." Das Entscheidende jeder Tätigkeit liegt in der innersten Verbindung der einzelnen Schwester mit Jesus. Das zeichnet ihr Tun mit göttlichem Adel aus, sei das in der Pflege, in der Hauswirtschaft, in administrativen oder Leitungsaufgaben, unter Kindern oder auch in aussergewöhnlichen Diensten innerhalb der Gesellschaft.

Gottes Aufträge an uns haben zum Ziel, dass sie im Gehorsam, so wie sie uns von Gott gestellt sind, ausgeführt werden.

Ist das zu wenig? Zu flach? Zu dürftig?

Wir können an dieser Stelle nur bezeugen: Gott tut das Seine. Mehr als wir bitten und verstehen!

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